Krankenhaus Standortfragen

Wie wir alle aus der Presse schon erfahren konnten, wird grade mal wieder gerangelt zwischen den Standorten für die Zusammenlegung der Kliniken Seefeld und Herrsching.

Ich selbst war anwesend beim Treffen des Lenkungskreises (Ortsentwicklungsprozess für die Gemeinde Seefeld), in dem unser Bürgermeister Klaus Kögel die von mir gestellte Frage „Werden auch Standorte im Landschaftsschutz geprüft?“ mit dem Argument beantwortete, dass Seefeld zum größten Teil aus Landschaftsschutz bestehe und es nicht mehr viele Flächen gäbe. (Wer sich für den Wahrheitsgehalt dieser Aussage interessiert, kann gern ein Blick auf diese Karte werfen)

Das lässt leider (mal wieder) die Alarmglocken bei mir läuten und erinnert uns an die Situation 2017, als schon einmal zur Diskussion stand, den regionalen Grünzug oder Landschaftsschutz zu bebauen, was damals glücklicherweise von oberster Stelle und von ca. 2000 Seefelder Bürger*Innen abgewiesen worden ist.

Wir dürfen hier auf keinem Fall in eine Situation kommen, in der die „öffentliche medizinische Grundversorgung“ gegen die Landschaft/Natur in die Waagschale geworfen wird. Es ist uns klar, dass eine Fläche, die aktuell im Landschaftsschutz liegt, vordergründig finanziell günstiger sein würde, als eine Fläche ausserhalb des Landschaftsschutzes. Aber die Wertigkeit dieser Landschaft ist leider aktuell nicht in Euros zu bemessen.

Ein transparenter Prozess, in dem die Notwendigkeit eines Neubaus und deren Auswirkung auf die Umgebung abgewogen werden, wären hier wünschenswert, um die beste Lösung zur medizinischen Versorgung unseres Landkreises zu gewährleisten.

Die Bevölkerung von Seefeld hat uns in der Kommunalwahl 2020 sehr viel Vertrauen geschenkt (danke dafür nochmal an dieser Stelle) – in unserem Programm haben wir uns prominent für den Schutz der Landschaft, der Natur und des Grünzugs eingesetzt sowie einen maßvollen Flächenverbrauch.

Also bitte lasst uns doch zusammen die beste Lösung finden, oder wie wir es damals in unserem Wahlprogramm unter Soziale Gerechtigkeit formuliert hatten: „Wenn für diesen Zweck (Erweiterung Krankenhaus Seefeld) eine Erweiterung erforderlich sein sollte, soll das gemeindliche Grundstück neben der Klinik zur Verfügung gestellt werden. Kein Neubau an der Eichenallee oder an anderer Stelle im Landschaftsschutzgebiet.

Wenn das jetzt nicht mehr möglich ist (?), lasst uns bitte eine andere Lösung finden – oder wie unser jetziger Bürgermeister es damals ausgedrückt hatte:

… wir wollen auch diese Umwidmung der Natur und der Landschaftsschutzflächen nicht aktiv vorantreiben …“ (Klaus Kögel 16.2.2020)

Sie haben eine Meinung dazu? – Sehr gern als Kommentar unter diesen Artikel!

(Abbildung oben: fiktive Darstellen eines kleinen Krankenhaus-Gebäudes im regionalem Grünzug – 2017 ging man noch von ca. 25.000qm aus – ohne Klinikzusammenlegung, heute für beide Klinken nur 3000qm mehr? – „Es geht um bis zu 28000 Quadratmeter“, so Bürgermeister Klaus Kögel)

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1 Kommentar

  1. Constanze Gentz

    In Deutschland werden täglich 58 Hektar landwirtschaftliche Fläche versiegeln. Es darf eine Überraschung werden, wie die Regierung die Bevölkerung in einigen Jahren noch ernähren will. In Spanien wird jetzt schon das Wasser knapp.
    Mir ist immer noch schleierhaft warum der Artikel 20a aus unserem Grundgesetzt nicht geachtet wird. Dort steht sehr klar formuliert: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen…“
    Ich wünsche mir endlich klare und ehrliche Politiker, die nicht nur in Wahlperioden denken und an ihre eigene Person, sondern an die Zukunft unserer Kinder!
    Nun wird spannend, ob Herr Kögel sich für den Landschaftsschutz weiterhin engagiert und die Verantwortung für kommenden Generationen übernimmt.
    Vielen Dank für den Artikel und die hervorragende Recherche zu der Aussage bei der damaligen Podiumsdiskussion des BUND Naturschutz Seefeld vor der Wahl.

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