Wir wollen lokalem Handwerk und lokalen Unternehmen gute Rahmenbedingungen in Seefeld bieten, und zusätzliche Unternehmen als Gewerbesteuerzahler gewinnen. Die Anforderungen an Gemeinden im Bereich der Daseinsvorsorge steigen seit Jahren ebenso wie die Umlage zur Finanzierung des Landkreises. Wir konnten durch besonnenes und vernünftiges Wirtschaften in den letzten 5 Jahren die Finanzen stabilisieren und eine Aufnahme von Schulden vermeiden – obwohl dies seit 2020 immer wieder vorhergesagt wurde. Aber Seefeld zehrte bislang von seinen finanziellen Rücklagen, doch diese sind jetzt aufgebraucht. Nur mit zusätzlichen Einnahmen aus der Gewerbesteuer können wir in Seefeld weiterhin finanziell solide und nachhaltig investieren und die Zukunft der Gemeinde gestalten, etwa mit weiterem bezahlbaren Wohnraum, der Gestaltung der Ortskerne oder gezielten Investitionen in den Klimaschutz, der Unterstützung unserer Vereine und in die Bildung und Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen.
Die finanzielle Stabilität unserer Gemeinde ist heute abhängig von 2-3 großen Gewerbesteuerzahlern. Diese Abhängigkeit müssen wir reduzieren. Wir streben deshalb die Ansiedlung eines weiteren großen Gewerbesteuerzahlers in Seefeld an.
- Wir setzen uns für die Erweiterung des Gewerbegebiets am Oberfeld mit einem möglichst hohen Gewerbeanteil ein. Die Fläche zwischen Feuerwehr und Inninger Straße sehen wir als bestgeeigneten Standort für Gewerbeansiedlungen in unserer Gemeinde.
- Die Erweiterung des Gewerbegebiets am Jahnweg muss mit Rücksicht auf Natur- und Umwelt stattfinden: Das bereits vor Jahren erworbene Grundstück liegt in einem ökologisch sehr sensiblen Bereich (Moorgebiet und nahe am FFH-Schutzgebiet). Wir Grünen lehnten den Kauf 2019 ab. Das Grundstück wurde mit der damaligen Mehrheit im Gemeinderat zu relativ hohen Kosten erworben und könnte nur mit Verlust als Grünland veräußert werden. Angesichts der kritischen Haushaltslage sowie des Bedarfes an Gewerbeflächen und -einnahmen wollen wir dazu beitragen das Beste aus der Situation zu machen. Deshalb sind wir bereit, dieses Areal unter strengen Auflagen zu einem möglichst umweltverträglichen Gewerbegebiet zu entwickeln.
- Unsere Bedingungen hierfür sind: die Zustimmung aller Behörden im Genehmigungsverfahren, eine Bauleitplanung, die maximale Rücksicht auf das nahe FFH-Gebiet nimmt, sowie eine naturnahe, energieeffiziente und flächensparende Bebauung die sich in das Landschaftsbild einfügt. Ortsnahe Ausgleichsflächen und eine Wiedervernässung von Teilen des Moores als aktiver Klimaschutz sollten geprüft werden. Die Auswahlkriterien sollten neben lokalen Unternehmen solche Neuansiedlungen bevorzugen die bei geringem Flächenbedarf hohe Gewerbesteuereinnahmen versprechen. Dafür werden wir uns im Gemeinderat starkmachen.
- Ein „Gewerbestammtisch“ – ein regelmäßiger Austausch zwischen Bürgermeister, Verwaltung und den lokalen Gewerbetreibenden sollte eingeführt werden, um die Bedürfnisse unserer lokalen Gewerbe und Unternehmen besser zu verstehen und lokale Arbeitsplätze zu sichern.
- Parallel zur Steigerung der Einnahmen müssen wir auch weiter die Ausgaben kritisch hinterfragen und reduzieren, Dazu müssen wir die Verwaltung befähigen, weitere Vergabeoptimierungen auszuschöpfen und Fördermittel noch systematischer zu nutzen.


